Prof. Peter Voss

Prof. Peter Voss

Peter Voß ist Präsident der Quadriga Hochschule Berlin.

Er war bis 2007 Gründungsintendant des Südwestrundfunks (SWR). Die Fusion von Südwestfunk (SWF) und Süddeutschem Rundfunk (SDR) gehört zu seinen medienpolitischen Leistungen. Von ihm gingen wichtige Impulse und Initiativen aus, die dem Ziel dienten, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu festigen und zu stärken. Als ARD-Vor­sitzender verteidigte er den ARD-Finanzausgleich, er vertrat den Senderverbund federführend bei den in­ter­natio­nalen Gemeinschaftsprogrammen ARTE und 3-SAT, im Verwaltungsrat der Europäischen Rundfunk-Union (EBU) sowie im Online-Bereich und brachte im SWR nachhaltige Strukturreformen und Programmoffensiven auf den Weg.

Peter Voß ist Journalist und Schriftsteller und bekleidet eine Professur für Medien an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe.

Peter Voß, geboren 1941 in Hamburg und aufgewachsen in Lübeck, studierte an der Universität Göttingen zunächst Germanistik und Anglistik, dann Soziologie. Nach dem Studium arbeitete zunächst bei ver­schiedenen Zeitungen, bevor er von 1971 bis 1977 Nachrichtenredakteur beim ZDF war. 1977 ging er als Korrespondent nach Berlin, 1978 zum Fernsehmagazin Report München beim Bayerischen Rundfunk. 1981 kehrte er zum ZDF zurück, wo er 1983 zum Redaktionsleiter des heute-journals, 1985 zum Hauptredaktionsleiter Aktuelles und 1990 auch zum stellv. Chefredakteur aufstieg. Als Moderator und Kommentator gewann er deutschlandweit Bekanntheit und Profil, besonders durch sein engagiertes Eintreten für die deutsche Wiedervereinigung 1989/90.

1993 wurde Peter Voß Intendant des Südwestfunks in Baden-Baden. Schon ein Jahr später übernahm er den ARD-Vorsitz. Er verteidigte und reformierte den ARD-Finanzausgleich, setzte den Erwerb großer Sportrechte durch und trat im Online-Bereich für einen konsequenten, aber begrenzten Ausbau und einen Interessenausgleich mit den Zeitungsverlagen ein.

Von 2001 bis 2007 moderierte er den ARD-Presseclub, bereits seit 1994 moderiert er bei 3-SAT die Gesprächssendung "Peter Voß fragt..." (Bühler Begegnungen). Als Professor der HfG Karlsruhe legte der "Freigeist mit Lust zum Widerspruch" (Fritz Pleitgen) seine theoretischen Positionen in zahlreichen Publikationen nieder. Der frühere ZDF-Intendant Dieter Stolte würdigte ihn als "Medienmanager von außergewöhnlichem Format".

Voß trat auch als Lyriker hervor ("Zwischen den Kratern", 2000), ein weiterer Gedichtband ist in Vorbereitung. Er ist Schirmherr der Gastro-Liga, die sich u.a. der Bekämpfung des Darmkrebses widmet, und Gründungsvor­sitzender der Stauffenberg-Gesellschaft Baden-Württemberg, die die Erinnerung an den Widerstand im Dritten Reich wach halten will. 2007 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg geehrt.

Publikationen u.a.

Voß, Peter & Reich-Ranicki, Marcel. 2006. Heinrich von Kleist "Er konnte gar nichts, nur dichten" Kleist-Archiv Sembdner.

Voß, Peter. 2003. Online-Dienste als unverzichtbare Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Institut für Rundfunkökonomie.

Reich-Ranicki, Marcel & Voß, Peter. 2003. Lauter schwierige Patienten. List.

Voß, Peter (Hrsg.). 2003. Ein Haus für den Rundfunk Orte und Bauten in Stuttgart - von 1924 bis heute. Nomos.

Voß, Peter. 2002. Wem gehört der Rundfunk? Medien und Politik in Zeiten der Globalisierung. Nomos.

Kunze, Reiner & Voß, Peter. 2000. Zeit für Gedichte? Hauzenberg.

Voß, Peter 2000. Zwischen den Kratern. Gedichte. Hohenheim.

Voß, Peter (Hrsg.) 1999. ABC der ARD. Nomos.

Voß, Peter. 1999. Revolution im Rundfunk? Nomos.

Voß, Peter. 1998. Rundfunk in Bewegung. Nomos.

Voß, Peter. 1998. Mündigkeit im Mediensystem - hat Medienethik eine Chance? Nomos.

Voß, Peter (Hrsg.). 1997. Freiburger Genforum. Chancen und Risiken der Gentechnologie. Südwestfunk.

Voß, Peter (Hrsg.). 1996. Innovationen. Ein öffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen auf dem Weg in die Zukunft. Südwestfunk.

Voß, Peter. 1995. Südwest 2000. Zur Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Südwesten. Fakten, Positionen, Argumente. Südwestfunk.